2009 – Mary Roos

Mary Roos

Der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e.V. (BKG) ist es wieder gelungen, einen Stargast nach Braunschweig zu holen, um ihm den Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“ zu verleihen. Es ist die beliebte Sängerin Mary Roos.

Schon im zarten Alter von neun Jahren hatte Rosemarie Schwab die Aufmerksam-keit eines Plattenproduzenten auf sich gelenkt. Bereits 1958 nahm sie ihre erste Singles auf: „Ja die Dicken sind ja so gemütlich“ und „Little Teenager Song“. In den folgenden Jahren folgten unzählige Plattenveröffentlichungen. Der Name Mary Roos war geboren. Der erhält nun überall Anerkennung und Mary wurde in Anlehnung an die berühmte Catarina Valente „Die Valente vom Mäuseturm“ genannt. In Bingen, wo der Mäuseturm steht, wurde sie geboren.

Bei einem Nachwuchswettbewerb 1963 belegte sie den 2. Platz. Schnell ging es aufwärts. 1968 trat sie bei den Schlagerfestspielen an. „Die Welt von morgen“ entstammt ihrer Zusammenarbeit mit Ralph Siegel.

Bei ihrer ersten Teilnahme an einer deutschen Grand Prix-Vorentscheidung mit dem Titel „Bei jedem Kuss“ kam Mary Roos 1970 zwar in die Endrunde, musste sich aber letztlich von Katja Ebstein geschlagen geben. Doch ihre Karriere geht steil empor. Es begann der Aufstieg in die vordere Liga. Aber auch das französische Fernsehen entdeckte sie, nachdem sie die

Hauptrolle in dem Musical „Un enfant dans la ville“ übernommen hatte.

1972 betrat Mary Roos mit „Nur die Liebe lässt uns leben“ die internationale Bühne beim Grand Prix Eurovision. Von nun an steht sie auf allen großen Bühnen, bringt ein Album nach dem anderen heraus. Auch bei den Aufnahmen für ihr inzwischen ausgesprochen erfolgreiches Album „Leben“ zeigt Mary Roos, zu was sie fähig ist. Sie legt einen niveauvollen und von den Medien viel gelobten Longplayer vor, auf dem sie sich textlich authentisch und musikalisch sicher durch die unterschiedlichen Stilrichtungen bewegt. Nachdem sich Mary Roos in der zweiten Jahreshälfte 2006 ein wenig rar gemacht hatte, erschien 2007/08 das neue Album „Hautnah“ und die Single „Hautnah will ich leben“.

Im Zuge ihres Erfolges ist Marys Terminkalender mehr als voll. Und obwohl sie Anfang 2009 ein neues Album aufnimmt, hat sie Zeit gefunden für einen Abstecher nach Braunschweig. Die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. schätzt sich glücklich, dieser großartigen Künstlerin am großen Büttenabend in der Stadthalle am 7. Februar 2009 den begehrten Orden „Till – der Schelm – ein Mensch verleihen zu dürfen. Die Karnevalisten würdigen damit diese Künstlerin, die über Jahrzehnte den Menschen Freude bereitet hat und – die trotz aller Erfolge Mensch geblieben ist.

Sessionsorden 2009/2010

Alfred Gockel

Durch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland und nicht zuletzt durch sein Soziales Engagement hat sich Alfred Gockel einen Namen in der Kunstszene gemacht und ist weit über die europäischen Grenzen hinaus bekannt.

Alfred Gockel, 1952 in Lüdinghausen geboren, begann 1973 das Studium an der Fachhochschule Münster, Fachbereich Design, und legte 1977 sein Examen ab. Neben seiner freiberuflichen Tätigkeit als Designer und Maler arbeitete er unter anderem als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Münster für druckgraphische Techniken.

Seit 1981 widmet sich Alfred Gockel nun ganz seiner bildnerischen Tätigkeit in den Bereichen Malerei, Druckgraphik und Bildhauerei. Besonders verbunden hat Alfred Gockel mit unserer Karnevals-Gesellschaft die Liebe zur Musik und zum Tanz. So wie diese beiden Themen elementar in seinen Werken verankert sind, so trifft dies auch bei uns zu. Die Braunschweiger Karnevals-Gesellschaft ist in Braunschweig nicht zu letzt einzigartig, durch die Verbindung mit einem Sportverein – dem karnevalistischen Tanzsport-Club Braunschweig. Die Braunschweiger Karnevalisten freuen sich, dass Gockel, welcher z.B. auch das Plakat für die US-Open gestaltet hat, nun seine kreativen Energien für Sie gebündelt hat, um im diesjährigen Orden die gemeinsame Liebe zur Musik und zum Tanz zum Ausdruck zu bringen.
Der neue Karnevalsorden wurde am 11.11.2009 in der Dornse erstmalig übergeben!

2008 – Ina Müller

Ina Müller

Weiblich – ledig – 40, so stellt sich die bekannte NDR-Moderatorin, Kabarettistin und Sängerin Ina Müller selbst vor.
Und die Presse ergänzt das noch mit „unverblümt, lässig“ und mit „ihre pfiffigen Lieder haben das Potential, alle Altersklassen zu erreichen“.
Die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. (BKG) hat für die Session 2008 Ina Müller für den Orden
„Till – der Schelm – ein Mensch“ ausgewählt. Und sie hat zugesagt! Sie war mit ihrer Band am 26. Januar 2008 Gast beim großen Büttenabend der BKG in der Stadthalle in Braunschweig.

Ina Müller hat noch nie einem Klischee entsprochen, deshalb urteilt die Presse so unterschiedlich, jedoch stets begeistert. Diese vielseitige Künstlerin mit ihren dauerhaften Erfolgen auf allen Spielfeldern des musikalischen Kabaretts, der TV-Moderation in Serien des NDR und als Bestseller-Autorin plattdeutscher Bücher und Hörbücher hat es verstanden, den Menschen aller Altersgruppen Freude zu bereiten und trotz der Erfolge, Mensch geblieben zu sein. Dafür erhält sie den begehrten Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“.
Ina Müller wuchs in einer Bauernfamilie in Köhlen/Niedersachsen auf. Bekannt wurde sie durch das, mit Edda Schnittgard 1994 gegründete, Kabarett-Duo „Queen Bee“, das sich nach großen Bühnenerfolgen an erste CD-Produktionen heranwagte. Im Dezember 2005 kam die erste CD auf den Markt.

Seit dieser Zeit arbeitet Ina Müller an verschiedenen Soloprojekten, vor allem im Bereich der plattdeutschen Sprache.
Sie war in der Sendung „Hör mal´n beten to“ im NDR-Hörfunk zu hören und ist zu Lesungen im ganzen Land unterwegs.
Ein Live-Mitschnitt aus dem St. Pauli-Theater in Hamburg ist mittlerweile als Hörbuch erschienen.
Auch CD´s in Plattdeutsch sind von Ina Müller erschienen, beispielsweise „Platt is nich uncool“.
Die Liebe zu Norddeutschland hat Ina Müller mittlerweile auch zu einer festen Größe im NDR-Fernsehen werden lassen:
Die wechselnden Sendungen „Land & Liebe“ und „Inas Norden“ erfreuen sich wachsender Beliebtheit.

2001 wurde Ina Müller mit dem Literaturpreis der Stadt Kappeln ausgezeichnet, in dieser Karnevalsession erhält sie von der BKG den Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“.
Im TV Motive war 2006 zu lesen: „Mit Jazz … Soul und Witz bringt die TV-Moderatorin das Leben zum Klingen. – Lässig!“ Und die Zeitschrift Petra schrieb über sie: „Auf ihrem Album … zieht sie alle Register ihrer Soul-Stimme – und ihres trockenen Humors.“

Sessionsorden 2008/2009

Dieter Portugall

Die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. lässt ihre Orden mit Hilfe des Galeristen Olaf Jaeschke von international wirkenden Künstlern gestalten. Für die Session 2008/2009 hat sich der Kunstpädagoge und freischaffende Künstler Dieter Portugall einen ganz besonderen Orden einfallen lassen: Die närrische Henne (mit roter Pappnase) hat lange brüten müssen bis die Quadriga für unser Schloss endlich geschlüpft ist und ihren Platz auf dem Braunschweiger Residenzschloss eingenommen hat. Unten am Orden befinden sich weitere Eier, die es in Braunschweig noch auszubrüten gilt.

Dieter Portugall hat in den Jahren seiner freiberuflichen, künstlerischen Tätigkeit mehrere Hundert Radierungen geschaffen. In liebevoller oder hintersinniger oder auch zorniger Manier umspielt er Alltägliches mit seiner Radiernadel und den Farbstiften. In den letzten Jahren hat er neben vielen Sportstudien vor allem Stadtansichten radiert. In einem eigenen, unverwechselbaren Stil: Poetisch und doch realistisch, frei gestaltet und doch figurativ, aber auch hintersinnig und witzig, wie der Ordensentwurf für die BKG beweist. Arbeiten von Dieter Portugall sind in der Galerie Jaeschke zu sehen.

2007 – De Randfichten

De Randfichten

Die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. (BKG) verleiht seit 1985 jährlich den begehrten Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“ an Persönlichkeiten, die es verstanden haben, seit vielen Jahren den Menschen Freude zu bereiten und die – ein weiteres wichtiges Kriterium – trotz aller Erfolge Mensch geblieben sind. Und so spannt sich der Bogen von Max Schautzer über René Kollo, Vicky Leandros und Gaby Albrecht bis zu Angelika Milster, die den Orden in der letzten Session erhielt.

Am großen Büttenabend der BKG, am 3. Februar 2007, der wie immer in der Stadthalle gefeiert wird, erhalten nun „De Randfichten“ diesen inzwischen sehr begehrten Orden verliehen. „Heja ho, de Randfichten sei do“, wird es dem närrischen Publikum an diesem Abend entgegenschallen. „Eine Kiste voll Musik bringen wir mit“, versprach „Michl“ (Michael Rostig), der mit seinen Freunden „Rops“ (Thomas Unger) und „Lauti“ (Thomas Lauterbach) seit 1992 nicht nur die Herzen der Liebhaber von Volksmusik höher schlagen lässt. In jenem Jahr wurden die Original Arzgebirgischen Randfichten ins Leben gerufen. Hatte das Trio aus Johanngeorgenstadt anfangs zum Vergnügen auf vornehmlich privaten Veranstaltungen gespielt, wurden ihre Auftritte zunehmend professioneller und ihr gewitztes musikalisches Programm immer abwechslungsreicher. Die Mischung aus schwungvoll intonierten Volksweise aus dem Erzgebirge und eigenen Liedern traf den Nerv bei jung und alt.

Schon 1997 erschien das Debütalbum „Do pfeift dr Fuchs“ – seitdem ist der Fuchs das Maskottchen der Randfichten. Auf dieser Scheibe befindet sich auch das legendäre Lied „De Spackfettbemm“ (Schmalzbrot mit Grieben).

Ein Erfolgslied nach dem anderen wurde geschrieben: „Griene Kließ un Schwammebrie“ und natürlich der „Holzmichl“, den man in der Zwischenzeit auf der ganzen Welt singt!

Die Karriere der Randfichten hatte schnell kräftig an Fahrt gewonnen. Nach etlichen Auftritten in regionalen Fernsehsendern der Volksmusik kamen die ersten Preise. Ihr phänomenaler Ruf, der ihnen bei Open-Air-Veranstaltungen tausende Zuschauer beschert, ist in alle Länder gedrungen. Die Randfichten reißen heute jeden aus dem Sessel. Im Mai 2004 bekamen die Künstler aus dem Erzgebirge für ihren Hit vom Holzmichl die „Goldene Schallplatte“ für 150 000 verkaufte Scheiben. Die „Platin- Schallplatte“ für 300 000 Single-Exemplare folgte kurz darauf.

Die Single „De lustigen Holzhackerleit“ wurde im Herbst 2004 veröffentlicht – es wird wohl die nächste Erfolgsstory. Und mit Auszeichnungen werden „Michl“, „Rups“ und „Lauti“, wie Freunde sie nennen, förmlich überschüttet. Und nun steht die nächste Auszeichnung an, der Orden der BKG „Till – der Schelm – ein Mensch“.

„De Randfichten“ werden auch das närrische Publikum in Braunschweig von den Stühlen reißen und zum Mitsingen auffordern. Und der Präsident der BKG meint: „Da haben wir würdige Kandidaten für unsere Auszeichnung gefunden!“

Sessionsorden 2007/2008

Herman Reichold

Herman ist der Künstler, der ihn schuf, den Orden mit zwei „O„: den Leoorden. Der Braunschweiger Galerist Olaf Jaeschke stellte, wie in den vergangenen Jahren, den Kontakt zu diesem international bekannten Künstler her.

Der Maler und Zeichner Herman (eigentlich Herman Reichold) stellt sich mit seinen Arbeiten in eine Tradition, die der Betrachter hierzulande allenfalls mit angloamerikanischer Kunst in Verbindung bringt. Angelehnt an die Zeichenkunst der Comics bedienen sich seine Bilder ähnlich wie die der amerikanisch Pop-Artisten Keith Haring oder James Rizzi (der übrigens den letzten Orden der BKG schuf) einer einfachen, sehr klaren Bildersprache. Doch wie schon die Nachfolgegeneration der Pop-art bewiesen hat, erklärt dies nur den ersten Eindruck. Denn schließlich liegt vielen Arbeiten ein gesellschaftlich relevantes Thema zugrunde, setzen sie sich mit Fantasie und einem nicht geringen Maß an Humor tatsächlich mit entscheidenden Fragen auseinander. Voller Satire und Biss sind die Vignetten Hermans.

Der diesjährige Sessionsorden der BKG, den Herman schuf, zeigt einen fröhlichen Braunschweiger Löwen, der in den Farben der Gesellschaft gekleidet ist: Rot, Weiß, Grün, Gelb. Er hält ein Banner in die Höhe, auf der die Session 2007/2008 abzulesen ist.

Herman mit einem „n“, 1959 in Paderborn geboren, gehört seit geraumer Zeit zu den profiliertesten und erfolgreichsten Pop-Malern unserer Tage. Neben seinem künstlerischen Können machen speziell Ecken und Kanten seine Bilder unverwechselbar. Herman, ein passionierter Radfahrer, lebt und arbeitet in Paderborn. Mit über 130 Ausstellungen in ganz Europa zählt er längst zu den bekanntesten Künstlern in Deutschland.

Professor Christian Kvasnicka, Direktor des Art Collectors Club Wien, schrieb über Herman folgendes: „Herman setzt in seiner Arbeit Symbole. Er versucht in seinen Bildern menschliche und geistige Situationen zu zeichnen, die in einer scheinbar einfachen Haptik sehr schnell zum Betrachter durchdringen können. Obwohl das Erfassen und der Ausdruck in kürzester Zeit realisierbar wird, sind die Inhalte dennoch tiefgründig, mystisch, beglückend und erschreckend.

Herman ist nicht nur ein hervorragender Zeichner, sondern er versucht dieses zeichnerische Talent in perfekt gearbeiteten Leinwandbildern neu zu formulieren. Also ein Karikaturist, der sich des Mediums der klassischen Malerei bedient. Seine scheinbar immer wieder gleichartig kubistischen Formen finden in ihrem Zueinander und Gegeneinander nicht nur eine reale Aussage, sondern zeichnen auch ähnlich einem Strichcode Zustände und abstrakte Begegnungen, die miteinander kommuniziere und eine höchst sensible Ausdrucksform erreichen…“

Dieser neu geschaffene Leoorden wurde erstmals am 11.11. in der Dornse an Persönlichkeiten der Stadt sowie an Sponsoren und Mitglieder der Gesellschaft verliehen.

2006 – Angelika Milster

Angelika Milster

Angelika Milster – was für eine Frau! Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Musicalstar – kurz – sie ist eine Ausnahmekünstlerin. Eine Ausnahmekünstlerin, die trotz ihrer Erfolge Mensch geblieben ist. Und die auch an die Ärmsten denkt, an die hungernden Kinder dieser Welt.

Angelika Milster wurde im Mecklenburgischen Neustrelitz geboren und wuchs in der Hansestadt Hamburg auf. Ihre Liebe zur Musik entdeckte sie schon früh. Bereits mit zwölf Jahren begann sie mit dem Gesangsunterricht, und fortan bestimmte der Wunsch, eine künstlerische Laufbahn einzuschlagen, ihren Lebensweg. Sie besuchte in Hamburg die renommierte Schauspielschule von Margot Höpfner und erhielt dort eine fundierte Ausbildung in den Fächern Gesang, Schauspiel, Tanz und Pantomime.

Schon 1985 erhielt sie ihre erste eigene Fernsehsendung „Mein Musicalhaus“. Viele Bühnen hat die großartige Künstlerin bespielt, auch das Ausland war hellhörig geworden. Für die große Europatournee im Jahr 1988 wählte Andrew Lloyd Webber keine andere als Angelika Milster für eine Hauptrolle aus. Mit der Kurt-Weil-Revue aus dem Theater des Westens in Berlin gastierte sie 1991 in Paris und Washington und riß auch dort das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.

Auch im Fernsehen ist Angelika Milster eine vielgefragte Schauspielerin und Sängerin. Kaum eine bedeutende Show ohne sie. In Zusammenarbeit mit dem Produzenten Ralph Siegel kam 1997 die CD „Die größten Hits der Filmgeschichte“ auf den Markt, gefolgt von einer Vielzahl weiterer Alben.

Die Kirchenkonzerte führen Angelika Milster weiter quer durch Deutschland. Überall ausverkaufte Hallen. Sie musste sich für diese Konzerte ein vollkommen neues Repertoire erarbeiten und lernen, ihre Gesangstechnik den speziellen akustischen Bedürfnissen von Kirchengebäuden anzupassen. Sie schaffte es auf ihre ganz eigene Art.

Angelika Milster hatte niemals den Anspruch, dem Feuilleton zu gefallen, sondern sie war einzig und allein beflügelt von der Lust zu musizieren und dem Wunsch, ihrem Publikum Freude zu bereiten.

Angelika Milster findet bei all ihrer Arbeit aber auch noch Zeit für die Menschen, die sich nicht auf der Sonnenseite des Lebens aufhalten. Sie unterstützt seit Jahren die Deutsche Welthungerhilfe und besuchte kürzlich mit ihrem Mann das „kinder paradise“ in Ghana. Nachdem sie dort das Leid gesehen hatte, übernahm sie spontan die Schirmherrschaft für das Projekt.

Für ihre Verdienste um die Verbreitung von Freude, die sie bei uns abertausenden Menschen immer wieder bringt, aber auch für ihr Engagement in den ärmsten Ländern der Erde, sagt die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. „Danke!“. Angelika Milster erhielt am großen Büttenabend am 4. Februar 2006 in der Stadthalle den begehrten Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“ verliehen.

Sessionsorden 2006/2007

James Rizzi

Schon seit Jahren gibt die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. (BKG) mit Hilfe des Galeristen Olaf Jaeschke von Künstlerhand entworfene Orden heraus.

Im letzten Jahr gestaltete Adi Holzer den Orden, für die kommende Session schuf James Rizzi den Karnevalsorden, der ab dem 11.11. an verdiente Karnevalisten und Förderer der BKG verliehen wird.
Der Künstler James Rizzi wurde 1950 in Brooklyn/New York geboren und machte 1974 seinen Abschluss in Bildender Kunst an der University of Florida. Im gleichen Jahr machte er mit Gemälden und Drucken am Washington Sqare und in Brooklyn Heights von sich reden.

Sein künstlerischer Aufstieg und der damit verbundene Bekanntheitsgrad ist beispiellos. Rizzi entwarf Albumcavers, der Tom Tom Club veröffentlichte Musikvideos, animiert durch Rizzi-Figuren, er entwarf für die Fuji Bank ein Sparbuch, für Yanoman Toys ein Puzzle und war immer wieder mit bedeutenden Ausstellungen unterwegs. 1992 kam es zur Buchveröffentlichung „Rizzi“ mit Beiträgen von Glenn O´Brien, die Weralit AG aus Hannover beauftragte ihn mit architektonischer Malerei, und ein Jahr später entwarf Rizzi für den Europaboxmeister Henry Maske gar einen Boxmantel.
James Rizzi war inzwischen überall bekannt.

Ob er für die Rosenthal Porzellan-Manufaktur Entwürfe von Vasen, Dosen und Kannen vorlegte, oder für Phillip Morris Aschenbecher entwarf, er ist heute auf den ganzen Welt gefragt.
In Braunschweig machte sich Rizzi einen Namen mit dem Rizzi-Haus, das zunächst umstritten war, in der Zwischenzeit aber nicht mehr aus Braunschweig wegzudenken ist. Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt sind schon nach Braunschweig gekommen, um dieses Haus zu sehen.

Bunt, schrill, schräg, so wird das Rizzi-Haus in einer Broschüre genannt. Das wohl fröhlichste Haus Deutschlands, das Happy Rizzi House, steht seit 1998 in Braunschweig. Ernst-Johann Zauner schrieb über Rizzis Werk einmal: „Die häufig dreidimensionalen, ausgelassenen, lustigen und farbenfrohen Werke sind eine Hommage an das pulsierende Leben der Millionenmetropole. Doch neben seinem malerischen und grafischen Werk fühlt sich Rizzi immer wieder von ungewöhnlichen Projekten magisch angezogen.“
Ausschnitte aus dem Happy Rizzi House hat der Künstler nun für einen Karnevalsorden der BKG ausgewählt. Über diesem Kunstwerk thront die Narrenkappe mit dem Wappen der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft.

Dieser neue Karnevalsorden erweitert die Galerie der Orden, die man heute schon getrost eine „Kunstgalerie“ nennen darf.

2005 – Gaby Baginsky

Gaby Baginsky

Beim großen Büttenabend der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. (BKG) am 22. Januar 2005 im großen Saal der Stadthalle zu Braunschweig wird wieder der begehrte Orden „Till – der Schelm – ein Mensch“ verliehen. In dieser Session zum 22. Mal. Die Auszeichnung bekommt eine temperamentvolle Frau, die uns mit ihren heiteren, aber trotzdem niveauvollen deutschen Schlagern seit mehr als 30 Jahren Freude bringt: Gaby Baginsky.

Die quirlige Gaby Baginsky wurde in Niedersachsen geboren. Aus ihrem Alter macht sie keinen Hehl; einer ihrer letzten Schlager, „Mit 50 ist das Leben eben lang noch nicht vorbei“, verrät es uns. Schon mit 16 Jahren sang sie auf einer Bühne im Münsterland, die erste Schallplatte ließ nicht lange auf sich warten. Mehr als 70 Singles und an die 20 Longplays hat sie seit dem auf den Markt gebracht, darunter auch den immer noch gespielten Titel „Der Rum von Barbados“. 25 Mal konnte man die Künstlerin in der ZDF-Hitparade bewundern, mehr als 30 Mal in der SWR-Schlagerparade. In den Fernsehsendungen „Die goldene Eins“, „Wunschbox“, „Feste der Volksmusik“, „Immer wieder Sonntags“, „Musikantenscheune“, „Musik liegt in der Luft“ und vielen, vielen anderen ist Gaby Baginsky ein stets gern gesehener und gehörter Gast. Sie bringt mit ihren Liedern Sonnenschein in die deutschen TV-Stuben. Stimmung, frohe Laune, Ausgelassenheit, ehrlicher Humor und Pep gehören neben der ausgezeichneten Stimme zu ihren „Markenzeichen“.

Die wohl besten Alben von Gaby Baginsky sind die in den Jahren 2003/2004 herausgekommenen mit den Titeln „Echte Wunder“ und „So ist das Leben“. Mit den Auskoppelungen „Mit 50 ist das Leben eben lang noch nicht vorbei“ und „Man kann nicht immer nur gewinnen“ landete sie Top-Hits, die sich vier Monate in den Maxi Media Control Schlagercharts hielten. Gaby Baginsky zählt zu den besten und beliebtesten Schlagersängerinnen Deutschlands. Deshalb kann man sie nicht oft genug an einen ihrer frühen Schlager erinnern: „Häng die Gitarre nicht an den Nagel“.

Sessionsorden 2005/2006

Adi Holzer

der bei Wien geboren wurde und seit fast 40 Jahren in der Nähe von Kopenhagen lebt, ist nicht nur weltweit als Künstler bekannt, er hat auch in Braun-schweig bedeutende Spuren hinterlassen.

Der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 e. V. (BKG) ist es in diesem Jahr mit Hilfe des Galeristen Olaf Jaeschke gelungen, Adi Holzer zu bewegen, den Karnevals-orden für die Session 2005/2006 zu entwerfen. Nachdem man Holzer im Januar 2005 bat, sich einmal Gedanken über einen solchen Orden zu machen, reagierte er prompt. Schon Ende Januar schickte er den Entwurf eines „Janus-Till“ mit den Worten: „Es war mir eine Freude, Ihnen dienen zu können.“ Dieser Orden erweitert die Reihe künstlerisch gestalteter Orden um ein besonders schönes Exemplar. Am 11. im 11., dem Beginn der närrischen Zeit, sowie am Büttenabend der BKG am 4. Februar 2006, wird der Orden an verdienstvolle Mitglieder und Sponsoren verliehen.

Adi Holzer hat in der Vergangenheit in Braunschweig schon mehrfach auf sich aufmerk-sam gemacht. In drei Braunschweiger Kirchen finden wir ausgezeichnete Altarbilder und Kirchenfenster von ihm. In den Jahren 1981 bis 1982 schuf Adi Holzer das Chorfenster der St. Petri Kirche in Rüningen, 1983 konnten in der Emmauskirche in der Weststadt ebenfalls fünf kleinere und ein großes Christusfenster eingeweiht werden. Im Oktober 1986 wurden Fenster zu Themen der Apokalypse des Johannes im Marienstift einge-weiht. Hierzu hat der Direktor des Marienstiftes, Burkhard Budde, eine interessante Schrift vorgelegt. Auch die Kircherngemeinde St. Petri zu Rüningen stellt die Arbeiten Holzers in einer kleinen Schrift vor.

Adi Holzer wurde 1936 in Stockerau bei Wien geboren. Sein Studium absolvierte er 1955 bis 1960 an der dortigen Akademie für bildende Künste. Danach lebte er als Kunsterzieher in Klagenfurt, siedelte aber schon 1962 nach Kopenhagen um. Holzer reiste in der Folge-zeit durch ganz Europa, nach Ägypten, Israel und in die USA. Die Kunstwelt zählt inzwi-schen rund 100 bedeutende Ausstellungen Adi Holzers. Bereits seit 1967 beteiligt er sich an internationalen Biennalen. Die Liste der Preise, die Holzer für seine Werke weltweit verliehen bekam, ist lang. Um nur einige zu nennen: Die goldene Fügermedaille, der internationale Hugo-von-Montfort-Preis, der Premio del Disegno in Milano sowie der 1. Preis der Kunstausstellung in Madrid sollen als Beispiele genügen.

Holzer beherrscht die Technik des Siebdrucks wie kein anderer Künstler. Seine Blätter sind sorgfältig mit der Hand durchgeriebene Originale, von denen keines dem anderen gleicht. Die Monumentalität seiner Kunst, die sich bereits in den großen graphischen Blättern andeutet, kommt aber erst im Glasfenster machtvoll zur Geltung. Beweise sind bei uns in Braunschweig in großer Zahl vorhanden.

Auch seine Radierungen mit ihren völlig anders gearteten Erfordernissen und Möglichkei-ten, sind eine besondere Herausforderung für Holzer. Er entwickelte auch eine eigen-willige Mischtechnik, die neben Strichätzung und Aquatinta auch den Prägedruck und die Acrylmalerei einbezieht.

Seit Jahren beschäftigt sich Adi Holzer mit biblischen Themen, vergisst aber auch das „tägliche Leben“ nicht. „Zu seinen wichtigsten Begegnungen“, schreibt Walter Koschatzky, Direktor der Graphischen Sammlung Albertina in Wien, „zählt er die mit

Charlie Rivel im Jahre 1965 in Kopenhagen, der zahlreiche weitere mit dem berühmten Clown folgen sollten.“ Mit dessen Enkel Benny Schumann verbindet Holzer eine Freund-schaft, die in Auftritte des bekannten Artisten bei Holzers Vernissagen resultierten. Etliche Charli-Rivel-Bilder sind zu Lebzeiten des genialen Clowns entstanden, und es entstehen immer noch welche, wie Holzer anlässlich seines letzten Besuches in der Braunschweiger Galerie Jaeschke bestätigte.

Seine Ausstellungen bedeuten für den Künstler das, was auch seine Bilder sein wollen: Spiegel und Fenster zur Deutung des Lebens.

Holzer und seine Frau haben aber auch ein soziales Anliegen. Seit mehr als 15 Jahren unterstützen sie ein Heim für behinderte Kinder in Temesvar/Rumänien. Aus dem Verkaufserlös von Repros und Postkarten konnte das Ehepaar ein Ferienheim in den Karpathen bauen.

Die Braunschweiger Karnevalisten freuen sich, dass sie Adi Holzer für die Idee, einen Karnevalsorden zu entwerfen, gewinnen konnten.